Dieselbe Seite ist auf einer Website oft über mehr als eine Adresse erreichbar, ohne dass jemand das bewusst angelegt hätte. Für Besucher spielt das keine Rolle, für Suchmaschinen schon, denn sie sehen mehrere Seiten mit gleichem Inhalt und müssen entscheiden, welche davon zählt. Der Canonical-Tag nimmt ihnen diese Entscheidung ab und benennt die maßgebliche Fassung.
Technisch ist er eine unscheinbare Zeile im Kopfbereich des Quellcodes, die auf die bevorzugte Adresse verweist. Alle Signale, die auf den Varianten landen, werden dadurch auf dieser einen Adresse gebündelt.
Wie doppelte Adressen entstehen
- Die Startseite ist mit und ohne www oder unter /index.html erreichbar
- Filter, Sortierungen oder Kampagnenparameter hängen sich an die Adresse an
- Ein Shop zeigt dasselbe Produkt in mehreren Kategorien
- Eine Druckansicht oder eine paginierte Liste wiederholt Inhalte
In all diesen Fällen sorgt der Canonical-Tag dafür, dass die Kraft nicht auf mehrere Adressen zersplittert, sondern der gewünschten Seite zugutekommt – eine Grundlage für ein stabiles Ranking.
Häufige Fehler beim Canonical-Tag
Der verbreitetste Fehler ist ein Verweis, der ins Leere zeigt oder auf eine Weiterleitung führt. Ebenso ungünstig ist es, wenn jede Seite pauschal auf die Startseite verweist, denn dann verschwinden die Unterseiten aus der Indexierung. Wichtig ist außerdem, dass der Tag stets die vollständige Adresse mit Protokoll nennt und dass sich Seiten nicht gegenseitig als maßgeblich bezeichnen.
Zu beachten bleibt, dass ein Canonical-Tag ein Hinweis ist und keine Anweisung. Suchmaschinen folgen ihm in aller Regel, prüfen aber selbst. Wo eine Variante gar nicht erreichbar sein soll, ist eine Weiterleitung das klarere Mittel. Besonders sorgfältig lohnt der Blick bei einem Umbau der Seitenstruktur, wie unser Ratgeber zum Relaunch ohne Ranking-Verlust zeigt.