Illustration: KI-generiert

Anteilig führen mehr bezahlte Klicks aus der Google-Suche zu ChatGPT als zu jedem anderen großen Ziel. Das ist das auffälligste Ergebnis einer Auswertung, die das Analyseunternehmen iPullRank am 17. August 2026 veröffentlicht hat und die 13,1 Milliarden Suchereignisse von 9,1 Millionen Nutzern zwischen Oktober 2024 und Dezember 2025 umfasst.

Für Ihre Arbeit an der eigenen Website sind daran drei Befunde interessant: die Stellung von ChatGPT unter den Klickzielen, der ungewöhnlich niedrige Anteil abgefangener Suchen und der hohe Wert von Markensuchen. Diese drei Punkte gehen wir der Reihe nach durch.

ChatGPT steht auf Platz sechs der Klickziele

Vor ChatGPT liegen YouTube, die Google-eigenen Dienste, Reddit, Facebook und Wikipedia. Diese fünf verbindet, dass sie über Jahre gewachsene Bestände an Inhalten vorhalten und zu nahezu jedem Thema etwas beitragen können. ChatGPT hält nichts davon vor, sondern erzeugt seine Antwort im Moment der Anfrage – und rückt trotzdem binnen weniger Jahre unter die ersten sechs.

Sehen Sie sich von diesen Klicks nur die bezahlten an, also jene auf eine Anzeige statt auf ein organisches Ergebnis, liegt ChatGPT sogar vor allen übrigen Zielen. Menschen suchen bei Google nach einem Werkzeug für eine Aufgabe, klicken auf die Anzeige und gelangen so zum Assistenten. Der Weg von der Suche zur KI führt also häufig über Werbung, die jemand bezahlt hat.

Google fängt nur 11,1 Prozent dieser Suchen ab

Wenn Google eine Frage direkt in den Ergebnissen beantwortet, etwa über eine Wissenskarte, einen hervorgehobenen Auszug oder eine KI-Zusammenfassung, entfällt der Besuch Ihrer Seite. Diese Zero-Click-Suche hat im Untersuchungszeitraum um 2,6 Prozentpunkte zugenommen, die organischen Klicks gingen um 2,8 Punkte zurück. Bei Suchen, die auf ChatGPT zusteuern, gelingt Google das jedoch nur in 11,1 Prozent der Fälle – einer der niedrigsten Werte der gesamten Erhebung.

Daran können Sie Ihre eigenen Seiten messen. Beantwortet eine Seite etwas, das sich in zwei Sätzen erschöpft, wird Google diese Antwort früher oder später selbst anzeigen und den Klick zu Ihnen einsparen. Bieten Sie dagegen eine nachvollziehbare Herleitung, eine Berechnung anhand konkreter Angaben oder dokumentierte Erfahrung aus abgeschlossenen Projekten, bleibt der Besuch Ihrer Seite notwendig. Öffnungszeiten und Preisspannen lassen sich in einer Ergebnisliste unterbringen, eine begründete Empfehlung für ein bestimmtes Vorgehen nicht.

Ihr Firmenname zieht mehr Anzeigenklicks als jedes Sachthema

Sucht jemand nach einem Markennamen, führen 4,4 Prozent der Klicks auf eine Anzeige. Bei allgemein formulierten Suchen sind es 3,3 Prozent. Anzeigen greifen also gerade dort, wo jemand bereits einen Namen im Kopf hat und eigentlich gezielt zu diesem Anbieter möchte.

Genau deshalb buchen Wettbewerber fremde Markennamen als Suchbegriff, möglicherweise auch Ihren. Geben Sie Ihren Firmennamen einmal bei Google ein und sehen Sie nach, was oberhalb Ihres Eintrags steht. Finden Sie dort einen Mitbewerber, kostet Sie eine eigene Anzeige auf den eigenen Namen meist wenig, weil Suchbegriff und Zielseite gut zusammenpassen und Google die Anzeigenqualität entsprechend hoch bewertet. Wie Sie darüber hinaus Vertrauen in Suche und KI-Antworten aufbauen, zeigt Ihnen unser Ratgeber zum Kundenvertrauen.

86 Prozent der Klicks gehen an ungenannte Anbieter

Die weitaus meisten Klicks erreichten Anbieter, die in der Suchanfrage gar nicht vorkamen. Ihre künftige Kundschaft sucht also nach einer Leistung oder einem Problem und stößt dabei auf einen Anbieter, statt einen bereits bekannten Namen aufzurufen. Für ein kleineres oder jüngeres Unternehmen ist das die Phase, in der Sie überhaupt ins Spiel kommen.

Sachliche Beiträge zu konkreten Fragen bringen Ihnen in dieser Phase mehr als jede Seite über das eigene Unternehmen. Ein Dachdeckerbetrieb wird über die Suche „Dachziegel bei Sturmschaden ersetzen" gefunden, kaum jemals über die Seite „Über uns". Vorhandenes Material lässt sich dafür weiterverwenden, wie der Beitrag zum Wiederverwenden von Inhalten zeigt.

Suche und Assistent sind ein Weg, keine zwei

Verbreitet ist die Vorstellung, Ihre Kundschaft müsse sich zwischen Google und einem KI-Assistenten entscheiden. Die Daten zeigen das Gegenteil. Ein einzelner Rechercheverlauf wechselt mehrfach: Jemand sucht bei Google, klickt auf eine Anzeige, gelangt zum Assistenten, stellt dort Rückfragen, sucht anschließend nach zwei konkreten Anbieternamen und ruft am Ende deren Websites auf.

Die vielfach vorhergesagte Abwanderung von der Suche lässt sich in diesen Zahlen nicht belegen. Bezahlte Klicks blieben über den gesamten Zeitraum stabil, und die Suche bildet weiterhin den Ausgangspunkt. Verändert hat sich, was zwischen der ersten Suche und der Entscheidung geschieht. Genau in dieser Phase entscheidet sich, ob Sie in die engere Auswahl gelangen.

Ihre Inhalte sollten deshalb auf beiden Wegen bestehen. Setzen Sie klare Fragen als Überschriften, geben Sie die Antwort im ersten Absatz und belegen Sie Ihre Aussagen mit Zahlen, Normen oder eigenen Projekten. Derselbe Text funktioniert dann als Suchergebnis und als Grundlage für eine generierte Antwort, in der Sie zitiert werden. Der Ratgeber zur Optimierung für KI-Crawler und Agenten geht auf die technische Seite im Einzelnen ein.

Fazit

Zwei Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen. Sie stammen überwiegend aus dem US-Markt, und der Erhebungszeitraum endete im Dezember 2025, während die Nutzung von Assistenten seither weiter zugenommen hat. Für den deutschsprachigen Raum dürfen Sie niedrigere Anteile erwarten, die Richtung der Entwicklung jedoch als übertragbar ansehen.

Beginnen Sie mit dem, was Sie ohne fremde Studien überprüfen können. In der Google Search Console sehen Sie, bei welchen Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft daraus ein Klick wird. Suchen Sie dort nach Anfragen mit vielen Einblendungen und wenigen Klicks, denn genau diese Themen streift Ihre Website bisher nur. Daraus entstehen die Seiten, die auf beiden Wegen tragen – in der Ergebnisliste wie in der Antwort eines Assistenten.

Wenn Sie Ihre Inhalte daraufhin prüfen lassen möchten, sprechen Sie uns gern an.

Stand dieses Beitrags: 20. August 2026. Die genannten Werte stammen aus einer Auswertung des Analyseunternehmens iPullRank vom 17. August 2026 und beruhen auf 13,1 Milliarden Suchereignissen zwischen Oktober 2024 und Dezember 2025, überwiegend aus dem US-amerikanischen Markt; für den deutschsprachigen Raum können die Anteile abweichen. Genannte Marken- und Produktnamen gehören ihren jeweiligen Inhabern und werden hier ausschließlich zur Beschreibung verwendet. Angaben ohne Gewähr.

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