Weißraum – auch Negativraum genannt – bezeichnet alle Flächen einer Gestaltung, die keinen Inhalt tragen: Abstände zwischen Absätzen, Ränder um Bilder, Luft zwischen Überschrift und Text. Der Name täuscht, denn Weißraum muss nicht weiß sein; auch eine farbige oder dunkle Fläche zählt dazu.
Anfangs wirkt freie Fläche oft wie verschenkter Platz. Tatsächlich ist sie ein Gestaltungsmittel: Abstände gruppieren, was zusammengehört, trennen, was getrennt gehört, und lenken den Blick auf das Wesentliche. Eine Seite, auf der alles gleich dicht steht, zwingt Besucher, sich die Ordnung selbst zu erarbeiten – und die wenigsten tun das.
Wo Weißraum besonders wirkt
- Um eine Handlungsaufforderung herum, damit sie sichtbar wird
- Zwischen Textabsätzen, weil Fließtext sonst als Block erscheint
- Innerhalb von Kacheln und Karten, damit sie nicht gedrängt wirken
- Im Zeilenabstand, der über die Lesbarkeit längerer Texte entscheidet
Auf hochwertig gestalteten Websites ist großzügiger Weißraum kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Er trägt spürbar zur Wirkung einer Marke bei und verbessert zugleich die Barrierefreiheit, weil klar getrennte Bereiche leichter zu erfassen sind – für Menschen wie für Vorlesesoftware.