Illustration: KI-generiert
Mit einer aktuellen Sicherung im Rücken lässt sich jeder frühere Stand Ihrer Website innerhalb weniger Minuten wiederherstellen. Das gibt Ihnen die Freiheit, Updates einzuspielen, Erweiterungen auszuprobieren und Inhalte umzubauen, weil jeder Schritt zurücknehmbar bleibt.
Damit das im Bedarfsfall auch funktioniert, kommt es auf drei Dinge an. Sie brauchen die richtigen Bestandteile im Backup, einen zweiten Speicherort und einen Durchgang, bei dem Sie das Zurückspielen einmal geübt haben. Diese drei Punkte gehen wir der Reihe nach durch.
Dateien und Datenbank gehören zusammen
Eine Website besteht aus zwei getrennten Teilen. Die Dateien enthalten das Design, die Bilder, die Plugins und den Programmcode; bei WordPress liegen sie im Ordner wp-content zusammen mit der Konfigurationsdatei wp-config.php. Die Datenbank enthält alles, was im Redaktionssystem eingetragen wurde, also Seiten, Beiträge, Menüs, Benutzerkonten, Einstellungen und bei einem Shop auch die Bestellungen.
Beide Teile verweisen aufeinander. Ein Beitrag steht als Text in der Datenbank, sein Titelbild dagegen als Datei auf dem Server, und die Datenbank merkt sich lediglich den Pfad dorthin. Sichern Sie beide Teile deshalb gemeinsam und zum selben Zeitpunkt. Stammt die Datenbank von heute und die Dateien von letzter Woche, verweisen manche Beiträge auf Bilder, die zu jenem Zeitpunkt erst später hochgeladen wurden.
Drei Wege zur Sicherung
Für die Umsetzung stehen drei Möglichkeiten offen, die sich in Aufwand und Kontrolle unterscheiden.
- Über Ihren Hoster. Die meisten Anbieter für Hosting erstellen tägliche Sicherungen und bewahren sie zwischen sieben und dreißig Tagen auf. Prüfen Sie im Kundenbereich, ob diese Leistung in Ihrem Tarif enthalten ist, wie weit sie zurückreicht und ob Sie eine Wiederherstellung selbst auslösen können oder dafür beim Support anfragen.
- Über ein Plugin. Erweiterungen wie UpdraftPlus, BackWPup oder Duplicator sichern Dateien und Datenbank nach Zeitplan und legen das Ergebnis auf Wunsch direkt in einem Cloud-Speicher ab. Der Vorteil liegt darin, dass Sie die Wiederherstellung selbst auslösen.
- Von Hand. Die Dateien holen Sie per FTP-Programm auf Ihren Rechner, die Datenbank exportieren Sie über phpMyAdmin in der Verwaltungsoberfläche Ihres Hosters als SQL-Datei. Dieser Weg eignet sich als zusätzliche Sicherung direkt vor einem größeren Umbau.
In der Praxis bewährt sich eine Kombination. Die Sicherung des Hosters läuft automatisch im Hintergrund, und eine eigene Sicherung liegt zusätzlich an einem Ort, auf den Sie unabhängig davon zugreifen.
Der Speicherort entscheidet mit
In der IT gilt die 3-2-1-Regel als Maßstab. Sie besagt, dass drei Kopien der Daten vorliegen sollten, verteilt auf zwei verschiedene Speichermedien, wovon eines an einem anderen Ort steht. Für Ihre Website heißt das vor allem, dass mindestens eine Sicherung außerhalb jenes Servers liegt, auf dem die Website läuft.
Der Grund dafür ist einfach. Wird der Server beschädigt oder übernommen, betrifft das Original und Kopie gleichermaßen. Ein Cloud-Speicher wie Nextcloud, Dropbox oder Google Drive erfüllt diesen Zweck ebenso wie eine externe Festplatte im Büro. Achten Sie bei Anbietern außerhalb der EU auf die datenschutzrechtliche Seite, sobald personenbezogene Daten wie Kundenkonten oder Bestellungen enthalten sind.
Wie oft Sie sichern sollten
Den Abstand zwischen zwei Sicherungen bestimmt eine einfache Überlegung. Fragen Sie sich, wie viel Arbeit Sie höchstens ein zweites Mal machen möchten, denn genau diese Zeitspanne ist Ihr Sicherungsintervall.
- Eine Website, die selten geändert wird, ist mit einer wöchentlichen Sicherung gut versorgt.
- Bei regelmäßigen Beiträgen oder laufender Produktpflege passt ein täglicher Rhythmus.
- Ein Onlineshop mit eingehenden Bestellungen braucht mehrere Sicherungen pro Tag, weil jede Stunde echte Aufträge enthält.
Halten Sie mehrere Stände über etwa vier Wochen vor. So haben Sie auch dann eine saubere Vorlage zur Hand, wenn eine Veränderung erst später auffällt.
Das Zurückspielen einmal üben
Den vollen Wert entfaltet eine Sicherung erst, wenn Sie sie zurückspielen können. Üben Sie das einmal, bevor Sie darauf angewiesen sind, am besten in einer Staging-Umgebung. Dabei handelt es sich um eine Kopie Ihrer Website unter einer eigenen Adresse, die viele Hoster auf Knopfdruck anlegen und die für Besucher unsichtbar bleibt.
Ein solcher Durchgang folgt immer demselben Muster. Sie legen die Kopie an, spielen dort die Sicherung ein, melden sich im Redaktionssystem an und prüfen anschließend die Startseite, einen Beitrag, das Kontaktformular und die Bildergalerie. Dabei sehen Sie zugleich, wie lange eine Wiederherstellung tatsächlich dauert. Genau diese Zahl brauchen Sie später, wenn jemand fragt, wann die Website wieder erreichbar ist. Ein Durchgang alle sechs Monate genügt.
Der Notfallplan
Bei einer Störung geht viel Zeit für die Suche nach Zugängen und Zuständigkeiten verloren, bevor die eigentliche Arbeit beginnt. Ein Notfallplan nimmt diese Suche vorweg und passt auf eine Seite. Er hält fest,
- wer die Wiederherstellung übernimmt und unter welcher Nummer diese Person erreichbar ist,
- wo die Sicherungen liegen und mit welchem Werkzeug sie eingespielt werden,
- welche Zugänge gebraucht werden, also Hosting, Domain und Redaktionssystem, wobei die Kennwörter selbst in einen Passwort-Manager gehören und im Plan nur der Verweis darauf steht,
- die Hotline Ihres Hosters samt Kunden- und Vertragsnummer,
- die Reihenfolge der Schritte, beginnend mit der Prüfung der Erreichbarkeit, gefolgt vom Blick in die Fehlermeldung und der Entscheidung über die Wiederherstellung.
Bewahren Sie diesen Plan an einer Stelle auf, die auch bei ausgefallener Website erreichbar bleibt. Ein Ausdruck im Ordner oder eine Datei auf Ihrem Rechner erfüllt diesen Zweck besser als ein Dokument, das auf demselben Server liegt.
Vorbeugung im laufenden Betrieb
Neben der Sicherung halten einige Gewohnheiten den Betrieb stabil. Spielen Sie größere Updates zuerst in der Staging-Umgebung ein und übertragen Sie sie erst danach auf die Website. Schützen Sie Ihre Zugänge zusätzlich mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung, weil ein erratenes Kennwort nach wie vor der häufigste Einstiegspunkt für Fremde ist. Halten Sie außerdem die Zahl der Erweiterungen überschaubar und löschen Sie ungenutzte Plugins vollständig, statt sie lediglich zu deaktivieren, denn auch abgeschaltete Erweiterungen bleiben auf dem Server liegen.
Wie sich eine WordPress-Installation darüber hinaus absichern lässt, zeigt unsere Checkliste zur WordPress-Sicherheit, und der Umgang mit Zugangsdaten ist Thema im Ratgeber zum Passwort-Manager.
Fazit
Sichern Sie Dateien und Datenbank gemeinsam und zum selben Zeitpunkt, bewahren Sie eine Kopie außerhalb Ihres Servers auf und richten Sie den Rhythmus am Änderungstempo Ihrer Website aus. Spielen Sie die Sicherung alle sechs Monate probeweise in einer Staging-Umgebung ein, damit Sie den Weg kennen, bevor Sie ihn brauchen.
Der Notfallplan ergänzt das um die zweite Hälfte, indem er Zuständigkeit, Speicherort, Zugänge und Reihenfolge auf einer Seite festhält. Mit beidem zusammen wird aus einer Störung eine Aufgabe mit bekanntem Weg und absehbarer Dauer.