Illustration: KI-generiert
Große Verlage schließen mit den Anbietern von KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini Lizenzverträge über die Bedingungen, unter denen der Assistent ihre Artikel verwenden darf. Im Gegenzug erhalten die Verlage eine Vergütung, und ihre Inhalte erscheinen in den Antworten der Assistenten nach Angaben der Anbieter oft mit Quellenangabe und Link zum vollständigen Artikel. Für Unternehmen mit einer gewöhnlichen Firmenwebseite stellt sich damit die Frage, wie ihre Inhalte ebenfalls in diese Antworten gelangen.
Die Assistenten ziehen für ihre Antworten nämlich auch frei zugängliche Webseiten heran, deren Inhalte sie über eigene Crawler oder über die Indizes von Suchmaschinen erreichen. Den Zugang dieser Crawler steuern Sie für Ihre Webseite selbst, etwa über die Datei robots.txt im Hauptverzeichnis Ihrer Domain. Zusammen mit klar formulierten Antworten auf die Fragen Ihrer Kundschaft nach den Grundsätzen von AI SEO entscheidet dieser Zugang darüber, ob ein Assistent Ihre Seite als Quelle nennt.
Was ein KI-Lizenzvertrag regelt
Ein KI-Lizenzvertrag erlaubt einem KI-Anbieter die Nutzung der Inhalte eines Verlags gegen eine Vergütung, wobei zwei Verwendungen zu unterscheiden sind. Beim Training lernt ein Sprachmodell aus großen Textmengen, wie Sprache und Wissen zusammenhängen, ohne dass einzelne Artikel später als Quelle sichtbar werden. Bei der Verwendung für Antworten ruft der Assistent dagegen aktuelle Artikel erst im Moment einer Frage ab und fasst sie zusammen, was Fachleute als Grounding bezeichnen.
Bei dieser zweiten Form erscheint die Marke des Verlags in der Antwort, und ein Link kann Lesende auf dessen Webseite führen. Manche Verträge decken beide Verwendungen ab, während sich andere auf aktuelle Nachrichten für die Antworten des Assistenten beschränken. Die genauen Bedingungen legen die Partner untereinander fest, und die Höhe der Vergütung veröffentlichen sie in der Regel nicht.
Welche Verlage ChatGPT, Gemini, Copilot und Meta AI beliefern
OpenAI hat mit Axel Springer einen Vertrag geschlossen, der die Marken Bild und Welt sowie Politico und Business Insider umfasst. Nach Angaben von OpenAI erhalten Nutzerinnen und Nutzer von ChatGPT Zusammenfassungen ausgewählter Nachrichten dieser Marken mit Quellenangabe und Link zum vollständigen Text, und zwar auch von Artikeln hinter der Bezahlschranke. Darüber hinaus darf OpenAI die Inhalte für das Training seiner Sprachmodelle verwenden, und weitere Partnerschaften bestehen unter anderem mit Le Monde, Prisa Media und Axios.
Google bezieht für die Gemini-App einen Echtzeit-Feed der Nachrichtenagentur Associated Press, kurz AP, der laut Google die Ergebnisse für Menschen verbessern soll, die nach aktuellen Informationen suchen. Die Vereinbarung beschreibt Google als Erweiterung einer langjährigen Zusammenarbeit mit der AP für die Google-Suche. Ob und in welcher Form die Antworten auf Artikel der AP verlinken, lässt die Ankündigung offen.
Microsoft baut mit dem Publisher Content Marketplace einen Marktplatz auf, über den Verlage ihre Inhalte an KI-Anbieter lizenzieren und nach dem tatsächlichen Nutzen bezahlt werden. Als erster Abnehmer stützt Copilot einzelne Antworten auf diese Inhalte, und an der Entwicklung waren nach Angaben von Microsoft unter anderem AP, Condé Nast, Hearst Magazines und Vox Media beteiligt. Der Marktplatz soll Verlagen jeder Größe offenstehen und damit auch spezialisierten und unabhängigen Anbietern, die ihr Interesse über ein Formular bei Microsoft anmelden können.
Meta AI zeigt bei Fragen zu Nachrichten Informationen und Links aus den Inhalten seiner Partner, zu denen CNN und Fox News ebenso gehören wie Le Monde, People Inc. und USA TODAY. Seit März 2026 zählt mit der Süddeutschen Zeitung auch ein deutscher Verlag dazu, zusammen mit Le Figaro, Prisa und News Corp. Die Links führen nach Angaben von Meta auf die Webseiten der Partner, wo Lesende den vollständigen Artikel finden.
Wie Webseiten ohne Vertrag in KI-Antworten gelangen
Für Webseiten ohne Lizenzvertrag führt der Zugang über die Suchindizes, aus denen die Assistenten ihre Quellen beziehen. ChatGPT nutzt für seine Suchfunktion den Crawler OAI-SearchBot, nach dessen Sperre eine Seite laut OpenAI höchstens noch als einfacher Link zur Navigation statt in den Suchantworten von ChatGPT auftaucht. Gemini stützt seine Antworten über das Grounding auf Inhalte aus dem Suchindex von Google, während Copilot auf den Index der Suchmaschine Bing zurückgreift.
Meta betreibt für die Suchergebnisse von Meta AI einen eigenen Crawler namens Meta-WebIndexer, dessen Zugriff nach Angaben von Meta dazu beiträgt, dass Inhalte in den Antworten zitiert werden. Eine bei Google und Bing gut auffindbare Webseite schafft damit zugleich die Grundlage für ihre Sichtbarkeit in den Assistenten. Empfehlenswert ist deshalb, Ihre Webseite auch in den Bing Webmaster Tools anzumelden, da Copilot seine Antworten auf den Index von Bing stützt.
KI-Crawler mit der robots.txt steuern
In der Datei robots.txt legen Sie für jeden Crawler fest, ob er Ihre Seiten abrufen darf, und die Anbieter trennen dabei zwischen Training und Suche. Bei OpenAI sammelt der GPTBot Inhalte für das Training, während der OAI-SearchBot die Suche in ChatGPT versorgt, und beide Einstellungen gelten unabhängig voneinander. Eine Webseite kann also in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen, ohne dass ihre Inhalte in das Training einfließen. Für Abrufe durch ChatGPT-User auf Veranlassung einer Person im Chat gelten die Regeln der robots.txt nach Angaben von OpenAI möglicherweise nicht.
Google steuert die Nutzung für Gemini über das Token Google-Extended, das in der robots.txt wie ein Crawler eingetragen wird und lediglich die Verwendung der von Google abgerufenen Inhalte regelt. Es betrifft das Training künftiger Gemini-Modelle und zugleich das Grounding in der Gemini-App, hat laut Google aber keinen Einfluss auf die Aufnahme in die Google-Suche oder das Ranking. Bei Bing schließt das Robots-Meta-Tag noarchive eine Seite von den Antworten in Copilot aus, während nocache die Nutzung auf Adresse, Titel und Snippet beschränkt. Meta trennt ähnlich wie OpenAI zwischen dem Meta-ExternalAgent für das Training und dem Meta-WebIndexer für die Suche in Meta AI.
Bewährt hat sich die Freigabe der Crawler für die Suche, sobald Ihre Webseite in KI-Antworten erscheinen soll, und eine getrennte Entscheidung über die Crawler für das Training. Eine Sperre von Google-Extended betrifft dabei auch das Grounding in der Gemini-App, sodass Ihre Inhalte dort als Grundlage für Antworten entfallen. Damit Sie KI-Crawler gezielt steuern können, rufen Sie die Datei am besten unter ihre-domain.de/robots.txt auf und prüfen, welche Crawler dort bereits gesperrt oder zugelassen sind.
Was KI-Lizenzverträge für die Suchmaschinenoptimierung bedeuten
Lizenzverträge verschaffen großen Verlagen einen zusätzlichen Zugang zu den Assistenten, ersetzen für alle anderen Webseiten aber nicht die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung. Nach dem Leitfaden, den Google zu seinen KI-Funktionen veröffentlicht hat und den der Ratgeber zu GEO 2026 einordnet, beruhen AI Overviews und AI Mode auf denselben Ranking- und Qualitätssystemen wie die übrige Suche. Eine zu einer Frage gut auffindbare Seite kommt damit auch als Quelle für eine KI-Antwort in Betracht.
Für Ihr Unternehmen bewährt sich deshalb eine Reihenfolge von der Technik zum Inhalt: Prüfen Sie zuerst, ob die robots.txt die Crawler für die Suche zulässt, und melden Sie die Webseite in der Google Search Console und in den Bing Webmaster Tools an. Danach folgen Inhalte, die typische Fragen Ihrer Kundschaft klar und vollständig beantworten, was Google auch für seine KI-Funktionen als Grundlage nennt. Diese Schritte gehören zur Suchmaschinenoptimierung, die Early Webdesign für Unternehmen in der Region übernimmt.
Fazit
KI-Lizenzverträge regeln die Nutzung von Verlagsinhalten durch ChatGPT, Gemini, Copilot und Meta AI für das Training und für aktuelle Antworten. OpenAI arbeitet unter anderem mit Axel Springer zusammen und Google mit der Nachrichtenagentur AP, während Microsoft für Copilot einen Marktplatz für lizenzierte Inhalte aufbaut und Meta AI auf Partner wie die Süddeutsche Zeitung verlinkt. In den Antworten erscheinen die Inhalte der Partner nach Angaben der Anbieter mit Quellenangabe und Link, wobei Google dazu für die Gemini-App keine Angaben macht.
Alle übrigen Webseiten gelangen über die Suchindizes von Google und Bing sowie über die Crawler von OpenAI und Meta in die Antworten der Assistenten. In der robots.txt lassen sich die Crawler für die Suche und für das Training getrennt steuern, wobei Google-Extended bei Gemini beide Verwendungen betrifft und bei Bing Meta-Tags die Nutzung in Copilot regeln. Die Grundlage bleibt eine Webseite, die bei Google und Bing gut gefunden wird und die Fragen ihrer Kundschaft klar beantwortet.
Stand: 23. Oktober 2026. Die Angaben beruhen auf den Ankündigungen und Dokumentationen der Anbieter, namentlich auf openai.com und der Dokumentation von OpenAI zu seinen Crawlern, auf dem Google-Blog und der Dokumentation von Google Search Central zu den Google-Crawlern, auf dem Blog von Microsoft Advertising und den Webmaster-Richtlinien von Bing sowie auf den Meldungen von Meta auf about.fb.com und der Dokumentation zu den Crawlern von Meta. Die Konditionen der Verträge veröffentlichen die Beteiligten nicht; Partnerschaften können sich ändern.
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