Illustration: KI-generiert
WordPress 7.1 ist am 19. August 2026 erschienen und trägt nach der Jazzpianistin Mary Lou Williams den Beinamen „Mary Lou“. Die Version bringt vor allem Neuerungen für die Gestaltung im Editor, für die Arbeit mit Bildern und für die Zusammenarbeit in Redaktionen. Aktuell ist die Wartungsversion 7.1.3 vom 6. Oktober 2026, die sieben Sicherheitslücken schließt und vier Fehler behebt.
Gegenüber WordPress 7.0, das im Mai 2026 eine Schnittstelle für KI-Dienste und ein überarbeitetes Backend eingeführt hat, setzt 7.1 auf Verbesserungen für die tägliche Arbeit. Daran haben nach Angaben des Projekts über 800 Mitwirkende gearbeitet, darunter mehr als 170 Personen mit ihrem ersten Beitrag, und der Field Guide für Entwickler führt mehr als 310 bearbeitete Tickets auf. Für ein gepflegtes System mit aktuellen Erweiterungen bleibt das Update überschaubar, wobei ältere Erweiterungen für den Editor vorab einen Test verdienen.
Responsive Gestaltung in WordPress 7.1 ohne eigenes CSS
Im Website-Editor legen Sie jetzt für Tablet und Smartphone eigene Stile für einen Block fest, sodass sich die Grundsätze des responsiven Webdesigns ohne Programmierung umsetzen lassen, etwa mit einer kleineren Schrift oder geringeren Abständen auf dem Smartphone. Das gelingt in den globalen Stilen für alle Blöcke einer Art oder in den Einstellungen eines einzelnen Blocks, und eine Vorschau zeigt das Ergebnis in der jeweiligen Bildschirmgröße. Bisher war für solche Anpassungen eigenes CSS nötig, das im Block-Editor nicht sichtbar war und bei einem Wechsel des Themes verloren gehen konnte.
Die Umbruchpunkte liegen standardmäßig bei 480 Pixeln für Smartphones und bei 782 Pixeln für Tablets, wobei Themes eigene Werte festlegen können. Nicht gesondert eingestellte Werte übernimmt der Block aus der Ansicht für große Bildschirme, sodass Sie nur die Abweichungen pflegen. Für Buttons kommen Stile für das Überfahren mit der Maus, für den Fokus über die Tastatur und für das Anklicken hinzu, die sich für einen einzelnen Button oder für alle Buttons der Webseite festlegen lassen.
Neue Blöcke für Registerkarten und Wiedergabelisten
Der neue Tabs-Block ordnet Inhalte in Registerkarten an, zwischen denen die Lesenden wechseln, statt alle Abschnitte untereinander durchzugehen. Er eignet sich etwa für Leistungspakete, technische Daten oder die Öffnungszeiten mehrerer Standorte, die sich auf diese Weise nebeneinander vergleichen lassen, ohne dass die Seite dafür länger wird. Die Reihenfolge der Registerkarten ändern Sie über Schaltflächen in der Werkzeugleiste des Blocks, sodass der Inhalt dabei erhalten bleibt.
Der Playlist-Block fasst mehrere Audiodateien in einer Liste zusammen und kann zu jedem Titel eine Wellenform anzeigen, die den Verlauf der Aufnahme sichtbar macht. Für einen Podcast, Hörproben eines Chors oder die Audioführung eines Museums entfällt damit ein zusätzliches Plugin. Themes und Erweiterungen können außerdem eigene Symbolsammlungen in die Icon-Bibliothek von WordPress einbinden, damit die Icons in Menüs, Listen und Buttons zum Erscheinungsbild Ihres Unternehmens passen.
Bilder und Medien: Bearbeitung und Verarbeitung im Browser
Das Zuschneiden eines Bildes erledigen Sie jetzt in einem eigenen Fenster für die Bildbearbeitung, das freien Zuschnitt und feste Seitenverhältnisse anbietet. Dort lassen sich Bilder außerdem waagerecht oder senkrecht spiegeln, stufenlos drehen und mit ihren Metadaten versehen. Die Mediathek lädt weitere Dateien beim Scrollen nach, wobei jede Person in der Ansicht zur gewohnten Aufteilung in Seiten zurückwechseln kann.
Neu ist außerdem, dass Ihr Browser das Verkleinern und Komprimieren eines Bildes sowie das Erzeugen der Vorschaubilder übernimmt, bevor die Datei auf dem Server ankommt. Das entlastet Ihr Hosting und vermeidet Abbrüche bei großen Fotos, die bisher an Speichergrenzen von PHP auf dem Server oder an Zeitlimits beim Hochladen scheitern konnten. Zusätzlich verarbeitet WordPress jetzt die Formate AVIF und HEIC sowie Fotos mit erweitertem Kontrastumfang, und auf Wunsch wandelt es GIF-Animationen in kleinere Videodateien um.
Eine Fortschrittsanzeige begleitet jeden Upload, und bei einer kurz unterbrochenen Verbindung wiederholt WordPress den Vorgang selbstständig. An der Auswahl des Motivs und an einem durchdachten Zuschnitt Ihrer Bilder ändert die neue Technik nichts, weil sie Dateien verkleinert, aber keine gestalterischen Entscheidungen trifft. Hochladen lassen sich mit der Verarbeitung im Browser jedoch auch größere Originalfotos, ohne dass sie vorher in einem Bildprogramm verkleinert werden müssen.
Zusammenarbeit im Team: Notizen und Admin-Leiste
Notizen, mit denen Ihr Team Entwürfe kommentiert, hängen Sie in WordPress 7.1 an eine einzelne Textstelle statt an einen ganzen Block. Sie können Fettdruck, Links und Code enthalten, und eine Erwähnung mit dem Zeichen @ benachrichtigt die genannte Person. Zu einem Block laufen auf Wunsch mehrere Gespräche nebeneinander, während sich lange Notizen einklappen lassen, damit der Text selbst lesbar bleibt.
Die Admin-Leiste am oberen Rand bleibt jetzt beim Wechsel zwischen dem Beitrags-Editor und dem Website-Editor sichtbar, sodass Dashboard und Webseite jederzeit mit einem Klick erreichbar sind. Eine Bearbeitung in Echtzeit, bei der mehrere Personen gleichzeitig an einem Beitrag schreiben, ist in dieser Version noch nicht freigeschaltet. Bis dahin arbeiten Redaktionen weiterhin nacheinander an einem Beitrag, wobei die Notizen den Austausch über einzelne Formulierungen erleichtern.
Das Update auf WordPress 7.1 vorbereiten
Die Version 7.1.3 schließt sieben Sicherheitslücken, weshalb das WordPress-Projekt ein sofortiges Update empfiehlt. Webseiten mit automatischen Hintergrund-Updates spielen sie selbstständig ein, und Sicherheitskorrekturen erhalten auch ältere Versionszweige bis zurück zu 4.7, während neue Funktionen nur in der jeweils aktuellen Version erscheinen. Für den Wechsel von 7.0 auf 7.1 hat sich diese Reihenfolge bewährt:
- Sicherung von Dateien und Datenbank vollständig anlegen, bevor Sie etwas ändern
- PHP-Version beim Hosting prüfen, denn WordPress empfiehlt PHP 8.3 oder neuer sowie MySQL ab 8.0 oder MariaDB ab 10.11, und PHP 8.2 erhält nur noch bis zum 31. Dezember 2026 Sicherheitsupdates
- Erweiterungen mit tiefen Eingriffen in den Editor sowie Plugins mit jQuery UI in ihren Änderungsprotokollen auf Verträglichkeit mit 7.1 prüfen, weil der Beitrags-Editor jetzt bei jedem Theme in einem eigenen Rahmen läuft, einem sogenannten iframe
- Testlauf auf einer Staging-Umgebung durchführen und dort die wichtigsten Seiten, Formulare und Editoransichten durchsehen
- Ältere Beiträge im klassischen Block öffnen, der entgegen früheren Plänen erhalten bleibt und sich weiterhin bearbeiten lässt
- Live-Webseite im Dashboard unter Aktualisierungen mit einem Klick auf Jetzt aktualisieren auf den neuen Stand bringen und anschließend stichprobenartig prüfen
Die Prüfung auf einer Testkopie und die Umstellung auf eine neuere PHP-Version gehören zu den Aufgaben, die Early Webdesign bei der Betreuung von WordPress-Webseiten übernimmt. Die nächste Hauptversion WordPress 7.2 ist für den 8. Dezember 2026 geplant und liegt seit dem 20. Oktober als erste Beta vor, die bis zur Veröffentlichung ausschließlich für Testumgebungen gedacht ist. Für Ihre Live-Webseite bleibt bis dahin die Version 7.1.3 die richtige Wahl.
Fazit
WordPress 7.1 erweitert den Editor um responsive Stile für Tablet und Smartphone, um Blöcke für Registerkarten und Wiedergabelisten sowie um Zustände für Buttons, die sich ohne eigenes CSS einstellen lassen. Bilder bearbeiten Sie in einem eigenen Fenster, und die Verarbeitung beim Hochladen übernimmt der Browser, was den Server entlastet und Formate wie AVIF und HEIC ermöglicht. Für Redaktionen kommen Notizen an einzelnen Textstellen und eine Admin-Leiste hinzu, die in allen Editoren sichtbar bleibt.
Aktuell ist die Version 7.1.3, die sieben Sicherheitslücken schließt und auf Webseiten mit automatischen Updates selbstständig eingespielt wird. Beim Wechsel von 7.0 verdienen Erweiterungen mit Eingriffen in den Editor wegen des neuen Rahmens einen Test auf einer Staging-Umgebung, während der klassische Block erhalten bleibt. Für den Server empfiehlt WordPress PHP 8.3 oder neuer, und die nächste Hauptversion 7.2 ist für den 8. Dezember 2026 geplant.
Stand: 21. Oktober 2026. Die Angaben beruhen auf den Ankündigungen von WordPress 7.1, der Wartungsversion 7.1.3 und der ersten Beta von WordPress 7.2 auf wordpress.org, auf den Systemanforderungen von WordPress, dem WordPress 7.1 Field Guide auf make.wordpress.org und dem WordPress Developer Blog sowie auf der Übersicht der unterstützten PHP-Versionen auf php.net.
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