Illustration: KI-generiert
Jede Webseite liegt auf einem Server in einem Rechenzentrum, der unabhängig von der Zahl der Besucher rund um die Uhr Strom verbraucht, damit die Seite jederzeit erreichbar bleibt. Wie viel Strom dafür anfällt und aus welcher Quelle er stammt, hängt vom Hostinganbieter und von der Seite selbst ab. Stromverbrauch und Stromquelle lassen sich messen und gegenüber Ihrer Kundschaft belegen, was grünes Hosting von einem bloßen Werbeversprechen unterscheidet.
Grünes Hosting setzt bei der Herkunft des Stroms an und bei der Strommenge, die der Betrieb einer Webseite im Rechenzentrum tatsächlich benötigt. Für die Werbung mit solchen Angeboten gelten ab dem 27. September 2026 neue Regeln für Umweltaussagen, die sich mit konkreten Angaben zu Standort, Stromquelle und Auszeichnung einhalten lassen. Dieselben Angaben helfen Ihnen auch bei der Auswahl eines Anbieters, weil sie überprüfbare Maßnahmen beschreiben.
Grünes Hosting mit Ökostrom und effizientem Rechenzentrum
Beim grünen Hosting stammt der Strom für die Server aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft. Aussagekräftig wird diese Information, sobald der Anbieter auch den Lieferanten und die Vertragsform nennt, weil sich die Herkunft des Stroms dann nachvollziehen lässt. Neben der Stromquelle zählt die Effizienz des Rechenzentrums, für die der PUE-Wert steht, kurz für Power Usage Effectiveness.
Der PUE-Wert setzt den jährlichen Energiebedarf des gesamten Rechenzentrums ins Verhältnis zum Energiebedarf der darin betriebenen Informationstechnik. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto größer ist der Anteil des Stroms, der bei der Informationstechnik selbst ankommt und damit unmittelbar dem Betrieb Ihrer Webseite dient. Einige Anbieter leiten zusätzlich die Abwärme ihrer Server in benachbarte Gebäude, wo sie zum Heizen genutzt wird.
Ladezeit und Stromverbrauch einer Webseite
Was die Datenmenge und die Rechenarbeit eines Seitenaufrufs verringert, senkt den Energieverbrauch von Server und Endgerät und verkürzt zugleich die Ladezeit, weil Verbrauch und Ladezeit von denselben Faktoren abhängen. Für Ihre Besucher bedeutet eine kleinere Datenmenge kürzere Wartezeiten, besonders bei einer mobilen Verbindung mit geringer Bandbreite. Bewährt haben sich dabei schlanker Code und moderne Server, die Anfragen schneller und mit weniger Strom verarbeiten. Zwischenspeicher liefern wiederkehrende Inhalte direkt aus dem Speicher aus, und jedes eingesparte Skript entlastet Leitung und Prozessor im Gerät Ihrer Besucher.
Hat ein Foto direkt aus der Kamera eine Dateigröße von vier Megabyte und die für das Web aufbereitete Fassung zweihundert Kilobyte, spart jeder Aufruf dieses Bildes 3,8 Megabyte an übertragenen Daten. Bei tausend Aufrufen im Monat summiert sich die Ersparnis für dieses eine Bild auf 3,8 Gigabyte. Kürzere Ladezeiten verbessern zudem Ihre Aussichten in den Suchergebnissen, da Google die Ladezeit beim Ranking berücksichtigt, weshalb es sich empfiehlt, Gestaltung und Tempo von Beginn an gemeinsam zu planen.
Woran Sie einen sparsamen Hostinganbieter erkennen
Hinter dem Begriff „grünes Hosting“ stehen bei den Anbietern sehr unterschiedliche Maßnahmen, vom zugekauften Ökostrom bis zum ausgezeichneten Rechenzentrum mit Wärmenutzung und veröffentlichtem PUE-Wert. Aussagekräftig sind Angaben zur Stromquelle mit Lieferant und Vertragsform sowie ein PUE-Wert, den der Anbieter als Jahresmittel veröffentlicht. Ein anerkanntes Umweltzeichen wie der Blaue Engel für Rechenzentren bestätigt die Umweltleistung zusätzlich, und eine klare Trennung zwischen tatsächlicher Einsparung und nachträglichem Ausgleich über Zertifikate zeigt, welcher Anteil auf eigenen Maßnahmen des Anbieters beruht. Zu den wichtigen Angaben gehört auch der Serverstandort, da sich der Strommix von Land zu Land unterscheidet.
Bleiben auf der Webseite des Anbieters Fragen offen, erkundigen Sie sich am besten per E-Mail nach Stromquelle, PUE-Wert und Umweltzeichen. Die Antwort zeigt Ihnen, welche Maßnahmen hinter dem Angebot stehen, und liefert Ihnen die Formulierungen, mit denen Sie Ihr Hosting auf der eigenen Seite beschreiben können. Eine schriftliche Auskunft dient Ihnen später auch als Nachweis für die Angabe auf Ihrer Seite.
Werbung mit grünem Hosting ab dem 27. September 2026
Ab dem 27. September 2026 gelten neue Regeln für Umweltaussagen in der Werbung, die auf einer EU-Richtlinie beruhen und in Deutschland im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb stehen. Sie betreffen Texte und Bilder ebenso wie Symbole und Abzeichen auf Ihrer Webseite, die Ihr Hosting oder Ihr Unternehmen als umweltfreundlich darstellen. Allgemeine Begriffe wie „grün“ oder „nachhaltig“ setzen künftig den Nachweis einer anerkannten hervorragenden Umweltleistung voraus, wie ihn etwa der Blaue Engel als Umweltzeichen der Bundesregierung oder das EU-Umweltzeichen erbringen. Konkrete und zutreffende Angaben zu Standort, Stromquelle oder Auszeichnung können Sie dagegen weiterhin verwenden.
Am besten beschreiben Sie deshalb genau, was Ihr Hosting auszeichnet, etwa mit dem Satz „Unsere Webseite liegt in einem Rechenzentrum in Deutschland mit Strom aus Wasserkraft“. Trägt das Rechenzentrum Ihres Anbieters den Blauen Engel für Rechenzentren, nennen Sie diese Auszeichnung mit ihrem Namen. Empfehlenswert ist ferner, eine Angabe zum Strom ausdrücklich als Aussage über den Strom zu formulieren, etwa „Unsere Server laufen mit Strom aus erneuerbaren Quellen“, da Aussagen über das gesamte Unternehmen eine Umweltleistung des ganzen Betriebs voraussetzen.
Aussagen wie „klimaneutral gehostet“ übernehmen Sie sinnvollerweise erst, nachdem Sie beim Anbieter die Grundlage dafür erfragt haben. Stützt sich die Klimaneutralität auf gekaufte Ausgleichszertifikate, ist diese Aussage ab dem Stichtag unzulässig und der Strombezug des Anbieters die passendere und überprüfbare Angabe für Ihre eigene Seite. Siegel und Abzeichen im Footer sind künftig zulässig, wenn sie auf einer unabhängigen Zertifizierung beruhen oder von einer staatlichen Stelle festgelegt wurden. Bei einem Abzeichen wie „grün gehostet“ lohnt deshalb ein Blick darauf, welche Stelle es vergibt und nach welchen Kriterien.
Kündigt Ihr Anbieter an, bis zu einem bestimmten Jahr klimaneutral zu werden, übernehmen Sie diese Ankündigung idealerweise zusammen mit einem Verweis auf seinen Umsetzungsplan. Das Gesetz verlangt für solche Zukunftsaussagen einen öffentlich einsehbaren Plan mit messbaren Zielen, den ein unabhängiger Sachverständiger regelmäßig prüft und dessen Ergebnisse den Verbrauchern zur Verfügung stehen. Ist dieser Plan veröffentlicht, können Sie ihn verlinken, damit Ihre Besucher die Ziele und ihre Prüfung selbst nachlesen können.
Die Durchsicht Ihres Auftritts können Sie gut mit der regelmäßigen Prüfung von Impressum und Datenschutzerklärung für eine rechtssichere Webseite verbinden und dabei in dieser Reihenfolge vorgehen:
- Startseite, Leistungsseiten und Footer nach Begriffen wie „grün“, „nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „CO₂-neutral“ durchsuchen
- Bilder, Symbole und Abzeichen mit Umweltbezug einbeziehen
- Jede Fundstelle durch eine überprüfbare Formulierung zu Standort, Stromquelle oder Auszeichnung ersetzen
- Beim Anbieter schriftlich nachfragen, was hinter Klimaaussagen und Abzeichen steht
Den Energieverbrauch der Webseite senken
Neben dem Rechenzentrum bestimmt die Webseite selbst den Verbrauch, denn jede Datei, die bei einem Aufruf übertragen wird, beansprucht Server, Leitung und das Gerät Ihrer Besucher. Eine Startseite mit großen Bildern und vielen eingebundenen Diensten verursacht deshalb bei jedem Aufruf mehr Datenverkehr als eine schlanke Seite, gleich in welchem Rechenzentrum sie liegt. Weniger Daten fallen an, wenn Bilder in der angezeigten Größe ausgeliefert werden und eingebettete Videos erst nach einem Klick laden.
Lokal eingebundene Schriften ersparen zusätzlich die Anfragen an fremde Dienste, und bei jedem Analysewerkzeug lohnt die Frage, ob Sie seine Daten regelmäßig auswerten. Bildgrößen, Videos, Schriften und Analysewerkzeuge lassen sich bei jeder Überarbeitung Ihrer Seiten prüfen und wirken sich sowohl auf den Verbrauch als auch auf die Ladezeit aus. Nach denselben Grundsätzen bauen wir unsere Projekte, sodass sie mit wenigen Anfragen und kleinen Dateien auskommen und auf Servern in Deutschland laufen, wie es unser Hosting-Angebot vorsieht. Für den Betrieb empfehlen wir außerdem das Hosting von Early Linkbuilding als Schwesterangebot.
Fazit
Grünes Hosting verbindet Strom aus erneuerbaren Quellen mit einem effizienten Rechenzentrum und einer schlanken Webseite, die mit wenigen Daten und Anfragen auskommt und dadurch schnell lädt. Kurze Ladezeiten und ein geringer Stromverbrauch entstehen dabei aus denselben Maßnahmen, sodass sich Tempo und Sparsamkeit gemeinsam erreichen lassen. Aussagekräftig bei der Wahl eines Anbieters sind überprüfbare Angaben zu Stromquelle, PUE-Wert, Serverstandort und Umweltzeichen.
Für die Werbung mit grünem Hosting gelten ab dem 27. September 2026 strengere Regeln, nach denen allgemeine Umweltbegriffe den Nachweis einer anerkannten hervorragenden Umweltleistung und Siegel eine unabhängige Zertifizierung voraussetzen. Klimaaussagen auf Grundlage von Ausgleichszertifikaten sind ab diesem Tag unzulässig, und Zukunftsversprechen brauchen einen geprüften Umsetzungsplan. Konkrete Angaben zu Standort, Stromquelle und Auszeichnung beschreiben ein Hosting dagegen genau und lassen sich jederzeit nachweisen.
Stand: 24. September 2026. Die Angaben zu den Umweltaussagen beruhen auf der Richtlinie (EU) 2024/825 und dem Dritten Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb vom 12. Februar 2026, dessen Regeln zu Umweltaussagen am 27. September 2026 in Kraft treten. Die Definition des PUE-Werts folgt § 3 Nr. 15 des Energieeffizienzgesetzes, die Angaben zum Blauen Engel stammen von blauer-engel.de und vom Umweltbundesamt. Der Beitrag gibt einen redaktionellen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
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