Der weitaus größte Teil einer Website besteht aus Text. Typografie ist deshalb keine Verzierung, sondern das Handwerk, das über die Lesbarkeit entscheidet. Sie wirkt meist unbemerkt – gute Typografie fällt niemandem auf, schlechte dagegen sofort, wenn auch selten mit klarem Namen. Besucher empfinden eine Seite dann als anstrengend, ohne benennen zu können, woran es liegt.
Die wichtigsten Stellschrauben
- Schriftgröße – im Fließtext gehören 16 bis 20 Pixel zum guten Ton, alles darunter strengt an
- Zeilenabstand – etwa das Anderthalbfache der Schriftgröße gibt den Zeilen Luft
- Zeilenlänge – rund 60 bis 80 Zeichen, damit das Auge den Zeilenanfang wiederfindet
- Kontrast – dunkler Text auf hellem Grund bleibt am besten lesbar, hellgrau auf weiß scheitert
- Hierarchie – deutlich unterschiedene Überschriftenebenen führen durch den Text
Diese Werte sind keine Willkür. Sie folgen dem, was das Auge beim Lesen tatsächlich leistet, und wirken unmittelbar auf die Nutzererfahrung. Zusammen mit ausreichend Weißraum entsteht daraus ein Textbild, das zum Weiterlesen einlädt.
Typografie, Barrierefreiheit und Ladezeit
Gute Schriftgestaltung ist zugleich ein Beitrag zur Barrierefreiheit, denn großzügige Größen und kräftige Kontraste helfen allen Lesern, nicht nur jenen mit eingeschränkter Sehkraft. Wichtig ist außerdem, dass sich Texte vergrößern lassen, ohne dass das Layout zerfällt.
Eine technische Seite hat die Sache ebenfalls. Jeder zusätzliche Schriftschnitt kostet Ladezeit, weshalb sich die Auswahl auf wenige beschränken sollte. Wie Schriften sparsam und datenschutzfreundlich eingebunden werden, beschreibt der Eintrag zum Webfont. Welche Wirkung Gestaltung darüber hinaus entfaltet, zeigt unser Ratgeber zum psychologischen Webdesign.