Illustration: KI-generiert
Jede Webseite wird auf einem Server gespeichert, der sich an einem bestimmten Standort befindet. Für Ihre Besucher bleibt dieser Ort im Hintergrund, für den Datenschutz ist er jedoch wichtig. Bereits beim Aufruf Ihrer Webseite werden Daten übertragen und verarbeitet, darunter die IP-Adresse des verwendeten Geräts.
Befindet sich der Server in Deutschland oder einem anderen Land der Europäischen Union, gelten dort unmittelbar die Vorgaben der DSGVO. Für Sie wird dadurch leichter nachvollziehbar, nach welchen Regeln die Daten verarbeitet werden und welche Angaben Sie gegenüber Ihrer Kundschaft machen können. Welche Informationen zusätzlich auf Ihre Webseite gehören, behandelt der Ratgeber zur rechtssicheren Webseite.
Serverstandort und Datenschutz nach der DSGVO
Die IP-Adresse zählt zu den personenbezogenen Daten. Sie wird bei jedem Seitenaufruf übertragen und kann im Serverprotokoll gespeichert werden. Damit gehört sie zur Datenverarbeitung im Sinne der DSGVO. Das gilt ebenso für Angaben, die Ihre Besucher selbst übermitteln, beispielsweise über ein Kontaktformular, bei einer Bestellung oder beim Anlegen eines Kundenkontos.
Bleiben diese Daten innerhalb der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraums, gilt ein gemeinsamer datenschutzrechtlicher Rahmen. Für eine Übermittlung in andere Staaten können zusätzliche Voraussetzungen hinzukommen, beispielsweise ein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission oder geeignete Standardvertragsklauseln.
Mit einem Serverstandort innerhalb der EU reduzieren Sie den Aufwand bei der Prüfung solcher Datenübermittlungen. Gleichzeitig können Sie Ihrer Kundschaft leichter erläutern, wo die Daten verarbeitet werden und welche gesetzlichen Vorgaben dort gelten.
Auch technisch kann ein Rechenzentrum in Deutschland Vorteile bieten. Besucher aus Deutschland und den angrenzenden Regionen erreichen den Server über vergleichsweise kurze Verbindungen. Das kann die Antwortzeiten verbessern und damit zu einer schnelleren Webseite beitragen. Welche Faktoren die Geschwindigkeit außerdem beeinflussen, erklärt der Beitrag zu Ladezeit und Ranking.
Rechenzentrum für Ihre Webseite auswählen
Neben dem Standort ist die technische Ausstattung des Rechenzentrums entscheidend. Stromversorgung, Kühlung und Netzwerkanbindung sollten so aufgebaut sein, dass Ihre Webseite auch bei Wartungsarbeiten oder dem Ausfall einzelner Komponenten zuverlässig erreichbar bleibt. Professionelle Rechenzentren setzen dafür auf mehrfach vorhandene Versorgungssysteme, Notstromtechnik und voneinander unabhängige Netzwerkverbindungen. Zur technischen Ausstattung gehört außerdem die physische Sicherheit. Zutrittskontrollen, Videoüberwachung, Brandschutz und festgelegte Sicherheitsbereiche schützen die Server und die darauf gespeicherten Daten.
Zusätzliche Orientierung geben unabhängige Prüfungen und Zertifizierungen. Eine Zertifizierung nach ISO 27001 bestätigt beispielsweise ein systematisches Informationssicherheitsmanagement. TÜV-Prüfungen können sich auf technische Infrastruktur, Sicherheitsmaßnahmen oder betriebliche Abläufe beziehen. Gute Hostinganbieter veröffentlichen entsprechende Nachweise in ihren Leistungsbeschreibungen oder technischen Informationen. Auch die Energieversorgung gehört zu den Auswahlkriterien. Welche Angaben zu Stromverbrauch, erneuerbaren Energien und Umweltversprechen aussagekräftig sind, behandelt der Beitrag zum grünen Hosting.
Externe Dienste und Datenschutz Ihrer Webseite
Mit dem Hosting ist nur ein Teil der Datenverarbeitung erfasst. Viele Webseiten binden zusätzlich Dienste anderer Anbieter ein und stellen dabei Verbindungen zu deren Servern her. Je nach Dienst können auf diesem Weg personenbezogene Daten wie die IP-Adresse Ihrer Besucher übertragen werden. Typische Beispiele sind:
- Schriftarten, die als Webfont von einem externen Server geladen werden
- ein CDN, das Bilder und Dateien über verschiedene Standorte bereitstellt
- eingebundene Karten, Videos und Funktionen sozialer Netzwerke
- Dienste zur Besucherstatistik
- Newsletter- und Formulardienste
- Sicherungen auf zusätzlichen Servern oder in externen Speicherdiensten
Viele dieser Verbindungen lassen sich gezielt gestalten. Schriftarten können Sie beispielsweise direkt auf Ihrem eigenen Server speichern. Bei Karten und Videos bietet sich eine Vorschau an, bei der der eigentliche Dienst erst nach einer bewussten Auswahl geladen wird. Für Analyse-, Newsletter- und Formulardienste hilft eine Dokumentation mit Anbieter, Zweck der Verarbeitung und Speicherort. So behalten Sie leichter den Überblick darüber, welche Dienste Daten Ihrer Besucher erhalten und wo diese verarbeitet werden.
Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Hoster
Ihr Hoster stellt Ihnen die technische Infrastruktur zur Verfügung und verarbeitet dabei Daten in Ihrem Auftrag. Im Datenschutzrecht wird er damit in vielen Fällen zum Auftragsverarbeiter. Die DSGVO sieht für diese Zusammenarbeit einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung vor. Darin werden unter anderem Gegenstand, Dauer, Art und Zweck der Verarbeitung festgehalten. Hinzu kommen technische und organisatorische Maßnahmen, die Vertraulichkeit der Mitarbeitenden, der Einsatz weiterer Unterauftragnehmer sowie Regelungen zur Rückgabe oder Löschung von Daten.
Viele Hostinganbieter stellen diesen Vertrag direkt im Kundenbereich bereit. Je verständlicher Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen dokumentiert sind, desto leichter können Sie diese Angaben auch für Ihre eigene Dokumentation verwenden. Wie Sie zusätzlich Ihre WordPress-Installation schützen, zeigt die WordPress-Absicherung. Zur Auswahl eines Hostings gehört außerdem die Datensicherung. Entscheidend sind Sicherungsrhythmus, Aufbewahrungsdauer und die Möglichkeit, eine Webseite im Bedarfsfall wiederherzustellen. Ausführliche Hinweise dazu finden Sie im Beitrag zu Backup und Notfallplan.
Serverstandort Ihrer Webseite herausfinden
Den Standort Ihres Servers finden Sie häufig bereits in den Unterlagen zu Ihrem Hosting. Viele Anbieter nennen das verwendete Rechenzentrum oder zumindest das Land in ihrer Leistungsbeschreibung oder im Kundenbereich. Alternativ können Sie den Anbieter direkt nach dem Standort des Rechenzentrums und dem Land der Datenverarbeitung fragen. Technisch lässt sich der Standort außerdem über die IP-Adresse Ihrer Domain prüfen. Kostenlose Abfragedienste liefern Hinweise auf Land, Netzwerk und Betreiber.
Bei vorgeschalteten CDNs kann die sichtbare IP-Adresse allerdings zu einem anderen Standort gehören als der eigentliche Webserver. Für verbindliche Angaben ist deshalb die Information Ihres Hostinganbieters entscheidend. Auch die Verbindung zwischen Browser und Server gehört zum Datenschutz Ihrer Webseite. HTTPS in der Adresszeile zeigt, dass die Übertragung verschlüsselt erfolgt. Welche Zertifikate dafür eingesetzt werden können, erklärt der Beitrag zum SSL-Zertifikat.
Hosting in Deutschland als passende Grundlage
Für Unternehmenswebseiten und Onlineshops empfehlen wir ein Hosting mit Serverstandort in Deutschland, regelmäßigen Sicherungen, aktueller Sicherheitstechnik und einer guten technischen Betreuung. Unser Hosting läuft in einem TÜV-zertifizierten Rechenzentrum in Frankfurt am Main. Dazu gehören tägliche Sicherungen mit schneller Wiederherstellung, ein kostenloses SSL-Zertifikat, DDoS-Schutz mit laufender Überwachung sowie NVMe-Server mit Caching und CDN. Den Umzug einer bestehenden Webseite übernehmen wir kostenfrei.
Fazit
Ein Serverstandort in Deutschland oder innerhalb der EU erleichtert Ihnen den Umgang mit den Vorgaben der DSGVO. Achten Sie bei Ihrem Hosting außerdem auf eine zuverlässige Infrastruktur, nachvollziehbare Sicherheitsmaßnahmen, regelmäßige Sicherungen und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Auch externe Dienste sollten Sie bei der Datenschutzprüfung Ihrer Webseite berücksichtigen, da sie ebenfalls Daten Ihrer Besucher verarbeiten können.