Illustration: KI-generiert
Ein gut aufgebauter Bestellvorgang gibt Ihrer Kundschaft von Anfang an Orientierung und Sicherheit. Versandkosten, Lieferzeit und Gesamtpreis sind früh erkennbar, die einzelnen Schritte verständlich aufgebaut und alle wichtigen Angaben stehen dort, wo sie für die Kaufentscheidung gebraucht werden. So begleiten Sie Ihre Kundschaft angenehm von der Produktseite bis zum Abschluss der Bestellung.
Viele Verbesserungen beginnen bereits auf der Produktseite und setzen sich im Warenkorb sowie im Bestellformular fort. Die einzelnen Maßnahmen können Sie nacheinander in Ihrem bestehenden Shopsystem umsetzen. Wie hoch der Anteil Ihrer Besucher ist, die ihren Einkauf tatsächlich abschließen, beschreibt die Conversion.
Versandkosten und Lieferzeit im Onlineshop früh anzeigen
Die Versandkosten gehören möglichst schon auf die Produktseite. Ihre Kundschaft kann dadurch von Anfang an mit dem tatsächlichen Gesamtpreis rechnen. Im Warenkorb führen Sie anschließend Zwischensumme, Versandkosten und Endbetrag übersichtlich zusammen. Nach der Preisangabenverordnung gehört zur Preisangabe außerdem der Hinweis auf die enthaltene Umsatzsteuer. Hinzu kommen die Versandkosten, soweit sich deren Höhe bereits im Voraus bestimmen lässt.
Auch die Grenze für eine versandkostenfreie Lieferung eignet sich für eine gut sichtbare Platzierung. Ihre Kundschaft erkennt dadurch direkt, welcher Betrag bis zum kostenlosen Versand noch fehlt. Liegt der Warenkorb nur wenige Euro darunter, kommt für manche Käufer ein weiterer Artikel infrage. Ob der Hinweis direkt beim Produktpreis oder im Warenkorb besser funktioniert, lässt sich mit einem A/B-Testing prüfen. Dabei spielen Sie zwei Varianten abwechselnd aus und vergleichen anschließend deren Wirkung auf die Bestellungen.
Bei der Lieferzeit helfen konkrete Angaben. Den Versandtag bestimmen Sie selbst. Zusammen mit der üblichen Laufzeit Ihres Versanddienstleisters ergibt sich daraus ein voraussichtliches Zustelldatum, das Sie Ihrer Kundschaft bereits vor der Bestellung nennen können. Auch verschiedene Zustellmöglichkeiten erhöhen den Komfort. Dazu gehören beispielsweise die Lieferung an die Haustür, an einen Paketshop oder eine Packstation sowie die Abholung in Ihrem Geschäft.
Vertrauen im Onlineshop mit SSL und Gütesiegeln stärken
Ein SSL-Zertifikat verschlüsselt die Datenübertragung zwischen dem Browser Ihrer Kundschaft und Ihrem Shop. Die Adresse beginnt bei einer entsprechend gesicherten Verbindung mit HTTPS. Anschrift, Login-Daten und Zahlungsinformationen werden dadurch verschlüsselt übertragen.
Zusätzlich kann ein Gütesiegel das Vertrauen in Ihren Shop unterstützen. Es zeigt, dass Ihr Angebot von einer unabhängigen Stelle nach festgelegten Kriterien geprüft wurde. Im deutschsprachigen Raum sind unter anderem Trusted Shops, das EHI-Siegel und Ausgezeichnet.org verbreitet. Trusted Shops verbindet sein Angebot zusätzlich mit einem Käuferschutz und einem Bewertungssystem. Besonders sinnvoll ist die Platzierung eines solchen Siegels im Warenkorb und im Bestellformular, also genau dort, wo Ihre Kundschaft persönliche Angaben macht und die Bestellung abschließt.
Ebenso wichtig sind gut erreichbare Kontaktmöglichkeiten und ein vollständiges Impressum. Ihre Kundschaft erkennt dadurch schnell, wer hinter dem Shop steht und an wen sie sich bei Fragen wenden kann. Weitere Möglichkeiten behandelt der Ratgeber zum Kundenvertrauen. Ab dem 27. September 2026 kommen außerdem die EU-Label zu Gewährleistung und Garantie hinzu, die Sie dann ebenfalls in Ihrem Shop berücksichtigen.
Zahlungsarten im Onlineshop passend auswählen
Beim Bezahlen möchten Kunden möglichst die Zahlungsart vorfinden, die sie bereits kennen und regelmäßig nutzen. PayPal und der Rechnungskauf gehören im Onlinehandel zu den häufig genutzten Verfahren. Hinzu kommen Lastschrift sowie Kredit- und Debitkarten. Mit dieser Auswahl erreichen Sie einen großen Teil der üblichen Zahlungsgewohnheiten.
Gerade im deutschsprachigen Raum spielt der Rechnungskauf weiterhin eine wichtige Rolle. Beliefern Sie zusätzlich Kunden in anderen Ländern, gewinnen Kreditkarten und digitale Bezahldienste häufig stärker an Bedeutung. Welche Zahlungsarten für Ihren Shop sinnvoll sind, hängt deshalb auch davon ab, in welchen Märkten Sie verkaufen und welche Erwartungen Ihre Kundschaft dort mitbringt.
Apple Pay und Google Pay erleichtern vor allem den Einkauf mit dem Smartphone. Anschrift und Zahlungsdaten können dabei direkt vom Gerät übernommen werden, sodass Ihre Kundschaft deutlich weniger Angaben von Hand eingeben muss. Für bestimmte Sortimente können außerdem Ratenkauf oder Vorkasse eine passende Ergänzung sein.
Die Gebühren unterscheiden sich je nach Anbieter und Zahlungsart teilweise deutlich. Vor der Einrichtung lohnt sich deshalb ein Vergleich von Transaktionskosten, monatlichen Gebühren und enthaltenen Leistungen. Seit Juni 2026 gehört außerdem der Widerrufsbutton zu den Punkten, die Betreiber von Onlineshops auf der Bestellseite berücksichtigen müssen.
Gastbestellung im Onlineshop anbieten
Eine Gastbestellung erleichtert den Einkauf und lässt Ihrer Kundschaft die Wahl, ob sie ein Kundenkonto anlegen möchte. Erfasst werden dabei im Wesentlichen dieselben Daten wie bei einer Bestellung mit Konto, also Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Zahlungsinformationen. Passwort und Kontoeinrichtung entfallen dabei.
Die Einrichtung eines Kundenkontos können Sie anschließend auf der Bestätigungsseite anbieten. Name, Anschrift und E-Mail-Adresse liegen zu diesem Zeitpunkt bereits vor, sodass nur noch wenige Angaben ergänzt werden müssen. Ihre Kundschaft schließt zunächst die Bestellung ab und entscheidet anschließend selbst, ob sie ein Konto für spätere Einkäufe anlegen möchte.
Auch das Bestellformular selbst lässt sich komfortabel gestalten. Ein großer Teil der Eingaben kann vom Browser automatisch übernommen werden, sofern die Felder im Quellcode entsprechend ausgezeichnet sind. Folgende Maßnahmen erleichtern die Eingabe zusätzlich:
- Autocomplete-Angaben wie address-line1 und cc-number im Quellcode
- ein einzelnes Feld für den vollständigen Namen
- die Kartennummer in einer durchgehenden Zeile
- die zweite Adresszeile hinter einem Link oder einer optionalen Auswahl
- die Lieferadresse zugleich als Rechnungsadresse, ergänzt um ein Feld für eine abweichende Anschrift
- Ort und Bundesland automatisch anhand der Postleitzahl ergänzen
- fehlende oder fehlerhafte Angaben direkt während der Eingabe am jeweiligen Feld anzeigen
Die letzte Seite vor dem Absenden führt noch einmal alle wichtigen Angaben zur Bestellung zusammen. Dazu gehören die bestellten Artikel, der Gesamtpreis, die Versandkosten, der Liefertermin und die gewählte Zahlungsart. Ihre Kundschaft kann dadurch alle Angaben auf einen Blick prüfen und die Bestellung anschließend abschließen.
Auf der abschließenden Schaltfläche sollte eindeutig stehen, dass mit dem Klick eine kostenpflichtige Bestellung ausgelöst wird. Üblich ist beispielsweise die Formulierung „zahlungspflichtig bestellen“ oder eine ebenso eindeutige Bezeichnung. Weitere Pflichtangaben behandelt der Beitrag zur rechtssicheren Webseite.
Checkout im Onlineshop verständlich gestalten
Sobald Ihre Kundschaft den Warenkorb geöffnet hat und zur Kasse geht, rückt der Abschluss der Bestellung in den Mittelpunkt. Eine ruhige Gestaltung unterstützt dabei die Konzentration auf die nächsten Schritte. Hauptmenü, Suche, Hinweise auf weitere Produkte sowie Werbung für Newsletter oder Apps können Sie in diesem Bereich zurückhaltender gestalten.
An die Stelle der ausführlichen Navigation kann eine Fortschrittsanzeige treten. Sie zeigt, an welcher Stelle des Bestellvorgangs sich Ihre Kundschaft befindet und welche Schritte noch folgen. Im Kopfbereich reichen häufig Ihr Logo, der Warenkorb und eine gut sichtbare Kontaktmöglichkeit für Rückfragen.
Für das Gutscheinfeld eignet sich ein dezenter Link wie „Gutscheincode eingeben“. Kunden mit einem Code finden die Funktion schnell, während alle anderen direkt mit ihrer Bestellung fortfahren können. Die Call-to-Action sollte jeweils benennen, was als Nächstes passiert, etwa mit „Zur Kasse“, „Weiter zur Zahlung“ oder „Bestellung prüfen“.
Ein gut bedienbares Bestellformular lässt sich außerdem vollständig über die Tastatur nutzen. Das jeweils ausgewählte Feld sollte deutlich erkennbar sein. Fehlende Angaben werden am besten direkt am betreffenden Feld und zusätzlich zur farbigen Markierung in verständlichem Text erklärt. Ein ausreichender Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund sorgt dafür, dass Inhalte gut lesbar bleiben. Seit dem 28. Juni 2025 gehört Barrierefreiheit für viele Onlineshops zu den Vorgaben des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes und ist damit ein wichtiger Bestandteil einer barrierefreien Webseite.
Mobile Bestellung im Onlineshop erleichtern
Auf dem Smartphone nimmt die Eingabe einer vollständigen Anschrift etwas mehr Zeit in Anspruch als am Rechner. Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort werden über eine kleinere Tastatur eingegeben. Apple Pay und Google Pay können diesen Schritt deutlich vereinfachen, weil Adresse und Zahlungsinformationen direkt vom Gerät übernommen werden.
Bei anderen Zahlungsarten unterstützt der Browser mit automatisch ausgefüllten Feldern. Die passende technische Auszeichnung sorgt zusätzlich dafür, dass auf dem Smartphone direkt die geeignete Tastatur erscheint. Für Telefonnummern und Zahleneingaben können beispielsweise type="tel" und inputmode="numeric" eingesetzt werden.
Auch Unterbrechungen gehören beim mobilen Einkauf zum Alltag. Ein Anruf, der Wechsel in eine andere App oder eine kurzzeitig unterbrochene Internetverbindung kann den Bestellvorgang pausieren. Bleibt der Warenkorb im Kundenkonto oder im Browserspeicher erhalten, kann Ihre Kundschaft später an derselben Stelle weitermachen.
Ein responsives Design passt Schaltflächen, Felder und Abstände an kleinere Displays an. Bedienelemente sollten groß genug sein, damit sie sich mit dem Daumen zuverlässig treffen lassen. Sorgfältig vorbereitete Produktbilder und ein schnell reagierender Server verkürzen zusätzlich die Wartezeit. Kurze Ladezeiten verbessern dabei den Bestellvorgang und können sich zugleich auf die Sichtbarkeit in Suchmaschinen auswirken.
Fazit
Ein guter Bestellvorgang begleitet Ihre Kundschaft angenehm von der Produktseite bis zum Kauf. Versandkosten und Liefertermin sind früh sichtbar, passende Zahlungsarten stehen zur Auswahl und eine Gastbestellung erleichtert den Abschluss. Gütesiegel, Kontaktmöglichkeiten und eine sichere Datenübertragung stärken das Vertrauen, auf dem Smartphone unterstützen automatische Eingaben und eine responsive Gestaltung. Anpassungen an Preisangaben, Zahlungsarten, Formularen oder der mobilen Bedienung machen den Bestellvorgang für Ihre Kundschaft einfacher.
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